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Ein Gedicht geht um die Welt

In dem weltbekannten und beliebten Gedicht "Spuren im Sand" vergleicht die Autorin Margaret Fishback Powers ihr Leben mit einem Weg am Meer entlang. Es gab gute und unbeschwerte Tage, das wird ihr im Rückblick klar, aber auch Zeiten, in denen sie sich sehr einsam fühlte, von Menschen und von Gott verlassen.

Die "Spuren im Sand" sind ein Abbild für jene Erfahrung, die wohl jeder Mensch kennt.

"Wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen"
diese großartige Zusage, mit der das Gedicht schließt, hat schon unzählige Menschen in aller Welt ermutigt und getröstet.

Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Kanada, erlebte die deutschstämmige Margaret Fishback Powers zusammen mit fünf weiteren Geschwistern eine fröhliche und behütete Kindheit und Jugend.

Eine Träumerin war sie, ein kleines Mädchen mit viel Phantasie, musikalisch sehr begabt und immer damit beschäftigt, ihre Gedanken und Erlebnisse in Reimen abzufassen. In Jacken- und Hosentaschen trug sie zahllose Papierschnipsel mit sich herum, auf die sie ihre spontanen Ideen und Gedanken aufschrieb.
Was ihr wichtig war, erzählte sie mit Gedichten und Liedern. Meist waren es Texte über die Liebe und Fürsorge Gottes. Und immer wollte sie Menschen an ihrer Freude teilhaben lassen.

Als Margaret Fishback das Gedicht "Spuren im Sand" verfasste, war sie Anfang zwanzig und ihre letzten Lebensmonate waren alles andere als normal verlaufen.

Nachdem sie durch einen Blitzschlag schwer verletzt wurde, musste sie ihren Beruf als Lehrerin für eine Weile aufgeben. Kurze Zeit nach ihrer Genesung kam einer ihrer Schüler auf tragische Weise ums Leben. Eine Liebesbeziehung zerbrach. Verzweifelt kehrte sie zurück zu ihren Eltern.

Durch ihren Bruder Jim lernte sie schließlich Paul Powers kennen. Er schaffte es, die scheue, fast aus der Bahn geworfene junge Frau wieder zum Lachen zu bringen. An dem Tag, an dem ihr Paul einen Heiratsantrag machte, gingen die beiden am Strand entlang.

An diesem Abend entstanden auch die "Fußspuren". Margaret machte sich keine Illusionen. Sie wusste, dass es auch in ihrem Leben keinen Schutz vor Leid und Trauer geben, aber dass Jesus sie durch alles hindurchtragen würde. Oft genug wird sie später noch in der Zusage "Ich bleibe immer bei dir" Trost finden.
Ohne es zu wissen, hat Margaret Fishback Powers mit ihrem Gedicht Millionen von Menschen getröstet, ermutigt und aufgerichtet.



Auch wenn man vieles nie versteht,
hat alles Sinn, was kommt, was geht.

Ein Träumen, Hoffen, Zu-sich-finden,
kann neue Perspektiven gründen.

Und wer in der Erinn’rung sucht,
die Kindheit neu erlebt,
weiß, dass in mancher Situation
das Herz noch immer bebt.

Mehr als zwanzig Jahre später aber erlebte sie, wie die Verse, die von großem Glück und persönlichem Leid geprägt sind und ihre Seele offenlegen, gnadenlos für kommerzielle Zwecke ausgebeutet und auf Karten, Kaffeebechern und T-Shirts vermarktet wurden.

Lange kämpfte sie vor Gericht um ihre Rechte. So lange, bis ihre Familie fast daran zu zerbrechen drohte. Ihre Ehe mit Paul Powers war keineswegs immer nur glücklich und spannungsfrei. Beide arbeiteten sehr engagiert in der Kinder- und Jugendarbeit, und darüber kamen ihre beiden eigenen Töchter Tina und Paula oft ein wenig zu kurz.
Die Powers waren viel unterwegs - Stunden im Auto, hektische Veranstaltungen und wenig Geld. Keine stabile Basis für eine gute Ehe.
Irgendwann zog Margaret die Notbremse.

Ihr Gedicht kam ihr wieder in den Sinn.
Dass Gott immer mit ihr geht, daran glaubte Margaret immer noch. Aber war sie selbst wirklich noch in Gottes Spur?
Sie hat es geschafft, ihr Leben rechtzeitig wieder auf Gottes Spur zu lenken, ihre Kinder sind mittlerweile erwachsen.

Das Familienleben ist ruhiger und harmonischer geworden. Margaret Fishback Powers "Spuren im Sand", ein Gedicht, das sie ursprünglich "Ich habe einen Traum" nannte, hat seit seiner Entstehung unzählige Menschen bewegt.
Die Autorin ist sicher keine fromme Heldin, aber eine Frau, die trotz mancher Schwächen die Erfahrung machte, daß Gott sie in Leid und Alltagsproblemen begleitet und trägt.



Brunnen Verlag Gießen

Melanie Riegel - Erschienen am: 01.04.1999

Ein herzliches Danke für die Genehmigung, diese Texte hier zu präsentieren!



Es werden Träume immerzu
den Lebenslauf begleiten,
die Stunden voller Freud und Leid
von neuem aufbereiten,
den SINN dazu und das Motiv
im Innern tief ergründen,
um in der Spur, die sich verlief,
die Quintessenz zu finden.



Wenn Trauer mal dein Herz bewegt,
dir Kummer auf den Magen schlägt,
die Zukunft trostlos, trist erscheint
der Mut vergeht, das Auge weint,
verzage nicht, sei hoffnungsfroh,
vergiss das Träumen nie,

Kristalle der Gedanken
sind mehr als Phantasie.



Am Horizont Unendlichkeit.
Im Wind ein leises Raunen.
Im kargen Licht der Tageszeit.
ein Wechselspiel zum Staunen.



Wo Lyrik sich in Worten findet,
der Sinn im Reim die Freude bindet
in Strömen - wie der Lichter Quell
da wird es wieder strahlend hell.



Die Stiege zum Licht

Verzagt steh ich am Ufer,
hab' vieles überdacht,
Die Dämm'rung schwand mir unbemerkt;
Es nahte schon die Nacht.

Der See, der Steg und die Terrassen
vom Nebel grau umwoben,
sie wirken einsam und verlassen
in's Dunkel abgeschoben.

Doch sieh', da blitzt gar fern
ein Licht und wieder eins empor,
es kommt von oben unverhofft
ein heller Schein hervor.

Die Stiege zeigt den Ausgang mir,
vom strahlend Licht erhellt
und bringt die Hoffnung, die nun hier
die Zukunft wohl erstellt.



Das Sandkorn

Die Meereswellen brausten,
der Sturmwind kam zum Strand
da sprach zu ihm und klagte
ein Körnchen aus dem Sand:
„Ich muß am Strande liegen,
so unscheinbar und tot,
und wollte wandern, fliegen
ins schöne Abendrot.

Und wenn ich wiederkehre,
will ich verwandelt sein,
viel schöner als die Lilie
und jeder Baum im Hain.
Viel schöner als die Wellen,
die gold‘ne Frucht im Laub,
der Mensch, er soll sich neigen
vor einem Körnchen Staub“.

Der Sturmwind trieb das Sandkorn
weit über‘s Meer hinaus,
da sank es in die Tiefe
und in der Muschel Haus.
Es wissen manch‘ Geheimnis
die Muscheln tief im Tang,
sie singen, rauschen ewig
den alten Meergesang.

In sieben Schleier hüllen
den fremden Gast sie ein,
sie glänzen schön in Farben
wie Regenbogenschein.
Wie rote Nebelsonnen
und gold‘ner Blütenstaub,
zitronengelbe Falter,
smaragd‘nes Maienlaub.

Azur‘ne Vogelschwinge,
stahlblaue Meeresflut
und purpurtiefes Dunkel,
darin im Schlaf man ruht.
Es sangen Meereswellen,
es glänzt der Mondenschein.

Das Sandkorn ward‘ zur Lilie
vom engen Muschelschrein.
Ward‘ schöner als die Lilie
die gold‘ne Frucht im Laub,
Der Mensch, er wird sich neigen
vor einem Körnchen Staub.

(Die Quelle ist mir leider unbekannt)



Der Weg durch Müh und Bangen war steinig,
steil und schwer und in dem SOG gefangen,
im Leid, im Tränenmeer, ging Hoffnung, mir verloren,
zersprang das Herz vor Weh.

Sie wurde neu geboren, weil ich sie wieder seh’.


Fotos und Gedichte © Ingrid Riedl
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