Nun sind die Schirmchen fort geflogen
mit Samen, die gesät,
damit sie auch das nächste Jahr
der Sommerwind verweht
und Pusteblumen, gelbe Blüten
den Zyklus der Natur behüten.



Aus der Illusion geboren,
die uns Hoffnung, Liebe schenkt,
was vom Träumen auserkoren,
wenn das Herzen nur daran denkt.

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Lyrik, Drama, Wunderwelt,
Liebe, Fantasie,
Leidenschaft, die Leiden schafft,
um das Wann und Wie.

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Schwelgen von der früh’ren Zeit,
Träumen und Sinnieren.
Ein verborg’nes Reich, das weit.
Zauber, den wir spüren.



Ich hab gedacht, gebangt, gefühlt,
was alles so im Herzen wühlt,
was mal vergangen, kommen kann,
was einmal war in Jugendzeiten,
auf Reisen, fremden fernen Weiten
im Nebel tiefster Träume fließt
wo innerlich die Sehnsucht grüßt
und Hoffnung seinen Anker findet,
der Zuversicht harmonisch bindet,
da soll der Quell nie mehr versiegen,
damit die Wurzeln Nahrung kriegen.



Matter Schein auf Bank und Wiese
auf dem Boden gelbes Laub.
Graue Wolken, Windesbrise.
Blätter wirbeln in den Staub.



Gedanken, die verborgen sind
erblühen, wie im Traum,
begleiten, ankern unentwegt
und zeigen Zeit und Raum
berühren Herzen, mich und dich
im Wandel der Gezeiten,
die Sinn, den Glauben, Zuversicht
von neuem aufbereiten.



Schatten wandeln,
sind verschwunden,
haben ihren Schlaf gefunden.
Friede, Stille, sanftes Ruhn
kehren in mein Denken, Tun.



REGENbogen

Wenn auch der Himmel Farben trägt,
bunt schillernd zart in Zeilen,
verwaschen seine Brücke legt;
zu rasch will sie enteilen.


Auf meiner Fensterbank blühte
dieser "Weihnachtskaktus" (2008)

So wie die Jahreszeit im Sein,
wird auch die Ernte werden,
d'rum freue dich auf jeden Tag,
der neu beginnt auf Erden.



Es endet alles irgendwann, so wie der Tag, die Nacht
auch wenn der Morgen, der begann, das Gestern
mitgebracht.

Das Gestern, das vergangen,
hat seinen Sinn gewählt
doch was man angefangen,
wird immer mitgezählt.

So wird auch die
Vergangenheit
das Gute im Gebaren,
den Augenblick,
die schönste Zeit,
im Herzen gut bewahren.

Fotos und Gedichte © Ingrid Riedl



Liebe und Wahnsinn

Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn, wie immer sehr gewitzt vor:
"Lasst uns Verstecken spielen!"

Die Intrige hob die Augenbraue, und die Neugierde konnte sich nicht mehr zurückhalten und fragte:
"Verstecken? Was ist das?"

"Das ist ein Spiel", sagte der Wahnsinn. "Ich verstecke mein Gesicht und fange an zu zählen, von eins bis eine Million. Inzwischen versteckt ihr euch. Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der erste von euch, den ich finde meinen Platz einnehmen um das Spiel danach fortzusetzen."

Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude.
Die Freude machten so viele Sprünge, dass die den letzten Schritt tat um den Zweifel zu überzeugen und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst keine Interessen hatte, machte mit.

Aber nicht alle wollten teilnehmen:
Die Wahrheit bevorzugte es sich nicht zu verstecken, wozu?
Zum Schluss würde man sie immer entdecken und der Stolz meinte, dass es ein dummes Spiel wäre (im Grunde ärgerte es sich, dass die Idee nicht von ihm kam) und die Feigheit zog vor, nichts zu riskieren.

"Eins...,zwei...,drei...,vier...",der Wahnsinn begann zu zählen.

Als erste versteckte sich die Trägheit, die sich wie immer hinter den ersten Stein fallen ließ.

Der Glaube stieg zum Himmel empor und die Eifersucht versteckte sich hinter dem Schatten des Triumphes, der es aus eigener Kraft geschafft hatte, bis zur höchsten Baumkrone zu gelangen.

Die Großzügigkeit schaffte es kaum sich zu verstecken, da sie bei allen Verstecken, die sie ausfindig machte, glaubte, ein wunderbares Versteck für einen ihrer Freunde gefunden zu haben. Ein kristallklarer See...Ideal für die Schönheit.
Der Spalt eines Baumes...ideal für die Angst.

Der Flug eines Schmetterlings... das Beste für die Wolllust. Ein Windstoss... großartig für die Freiheit...und sie versteckte sich auf einem Sonnenstrahl.
Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen sehr guten Ort, luftig, gemütlich...aber nur für ihn allein.

Die Lüge versteckte sich im Meeresgrund (stimmt nicht, in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen).
Die Leidenschaft und das Verlangen, im Zentrum des Vulkans.

Die Vergesslichkeit ... ich hab vergessen wo sie sich versteckte, aber das ist nicht so wichtig.

Als der Wahnsinn 999.999 zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck gefunden.
Alle Plätze schienen besetzt zu sein...bis sie den Rosenstrauch erblickte und gerührt entschloss, sich in der Blüte zu verstecken.

"Eine Million!, zählte der Wahnsinn und begann zu suchen. Die erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei Schritte vom ersten Stein entfernt.

Danach hörte man den Glauben, der mit Gott im Himmel über Theologie diskutierte.
Die Leidenschaft und das Verlangen hörte man im Vulkan vibrieren. In einem unachtsamen Moment fand er die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph. Den Egoismus brauchte er gar nicht suchen, ganz allein kam er aus seinem Versteck, das sich als Bienennest herausstellte.

Vom vielen Laufen empfand er Durst und als er sich dem See näherte, entdeckte er die Schönheit.

Mit dem Zweifel war es noch einfacher, er fand ihn auf dem Zaun sitzend, da dieser sich nicht entscheiden konnte, auf welcher Seite er sich verstecken sollte. So fand er einen nach dem anderen.

Das Talent hinter dem frischen Gras, die Angst in einer dunklen Höhle,
Die Lüge hinter dem Regenbogen - stimmt nicht, sie war im Seegrund und sogar die Vergesslichkeit...die schon wieder vergessen hatte, dass sie verstecken spielte.

Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf. Der Wahnsinn suchte hinter jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten, auf jedem Berg und als er schon aufgeben wollte, erblickte er die Rosen.
Mit einem Stöckchen fing er an die Zweige zu bewegen, als auf einmal ein schmerzlicher Schrei aufkam.

Die Dornen hatten der Liebe die Augen ausgestochen.
Der Wahnsinn war hilflos und wusste nicht, wie er seine Tat wieder gut machen sollte. Er weinte, entschuldigte sich bei ihr und versprach der Liebe, für immer ihr Begleiter zu sein.

Seit dieser Zeit, seitdem das erste Mal auf Erden Verstecken gespielt wurde, ist die Liebe blind und der Wahnsinn ihr Begleiter.

(Verfasser unbekannt)

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