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Ein Mosaik, unendlich weit,
im steten Kommen, Gehen,
im Werben um das Neue,
im Sterben, im Verwehen.



Im Lebenslauf ist viel enthalten,
was uns der Alltag präsentiert.
Es liegt an uns, ihn zu gestalten,
damit er nie den Sinn verliert.

Zwei Grenzen sind dem Menschen gesetzt: Geburt und Tod. Anfang und Ende.

Alles hat seine Zeit.



Ein Magazin von Akten
aus Themen, die das Leben schrieb,
im Reigen aller Fakten;
erleuchtet, was im Dunkeln blieb.



Altwerden und Sterben, das war immer menschliche Mühsal und zugleich Herausforderung.
Doch der Mensch braucht die Zeit-Grenze, einen Anfang und ein Ende, weil nur diese ihn auffordert, auf erfüllte Weise seine Zeit zu leben.

Melancholie der Spiele
von klammer Einsamkeit,
Ein Wechsel der Gefühle
im Strom der Lebenszeit.


Im Hofgarten Innsbruck

Alle Lust will Ewigkeit, aber die Ewigkeit ist ihr Tod, das gilt auch für das Leben. „Fast ein Jahrzehnt braucht der Mensch, um ein Gefühl für Zeit zu entwickeln“, schreibt Stefan Klein in seinem Buch: Zeit, der Stoff aus dem das Leben ist.

„Neugeborenen sind Vergangenheit und Zukunft fremd, dem Gehirn des Babys fehlt die Ausstattung, um mit früher oder später etwas anfangen oder Zeitspannen erfassen zu können.
Wenn ein Mensch auf die Welt kommt, ist jeder Moment für ihn Ewig. Er kennt keinen Anfang und kein Ende.

Doch später, im Wissen um die Ungewissheit seines Endes, vom Tode her, stellen
sich Fragen, die der Mensch nicht umgehen kann, will er sich selbst nicht verlieren,
sagte einst der große Mystiker Jakob Böhme.
Es sind die Ur-Fragen des Menschen nach seinem Anfang und Ende.



LEBENSlauf

Es werden Träume immerzu
den LEBENSlauf begleiten,
die Stunden voller FREUD und LEID
von Neuem aufbereiten,
den SINN dazu und das Motiv
im Innern tief ergründen,
um in der SPUR, die sich verlief,
die QuintESSENZ zu finden.



Die Mythen und Märchen erzählen von Menschen, die nicht sterben können, von der erloschenen Sehnsucht, weil es keinen Ort, sondern nur Nirgends gibt, von den erkalteten Herzen, weil keine Trauer, keine Liebe, kein Schmerz sie bedrängt, von der zeitlosen Zeit, weil mit dem ausbleibenden Tod das Geheimnis der Ewigkeit verloren gegangen ist.



Regenbogen

Wie im Hauch vom Wind gezogen
schillert bunt der Regenbogen,
legt die Brücke auf das Hoffen.
Lässt so manche Wünsche offen.



Denn was wäre das irdische ewige Leben anderes, als die Wiederholung des Immerselben, als Leere, Müdigkeit und Langeweile, geklonte Zeit.
Ein Verlorener in Raum und Zeit, ohne Anfang und kein Ende.



Verloren ist die Zeit, in der wir nicht als Menschen gelebt, Erfahrungen gemacht, gelernt, geschaffen, genossen und geliebt hätten, schrieb Dietrich Bonhoeffer.

Was du fühlst, was dich berührt,
ist oft das, was dich verführt,
denn die Zeit kann viel erzählen,
lässt dich sinnend handeln, wählen.

Da die Zeit das kostbarste, weil unwiederbringlichste Gut ist, über das wir verfügen, beunruhigt uns bei jedem Rückblick der Gedanke an verlorene Zeit.

Öfters hab ich mich gefragt,
ob die Zeit am Uhrwerk nagt,
das im Takt Sekunden zählt,
niemals eine Pause wählt,
aber dennoch Jahr und Tag,
unermüdlich ticken mag.


Reiterer See in NÖ - Urlaub bei meinen Freunden

Wieder sind vergang’ne Zeiten
in den Träumen mir präsent.
Spiegeln sich in bunten Weiten,


Nephetes

Ein islamischer Mystiker zeichnete einmal das Bild einer Karawane, in der alle Menschen einem Ziel gemeinsam entgegen gehen, vom Anfang bis zum Ende.

Die Zeit dazwischen macht uns alle zu Schwestern und Brüdern. Jene, die nachkommen, folgen denen, die vorangehen.



Die Zeit macht weise, weil sie uns Erdenwanderer in der
Karawane stets zum Aufbruch mahnt.
Sie fordert, unser Leben zu leben, bis zuletzt, wenn selbst die Todesstunde uns noch neuen Räumen entgegen senden wird, wie Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“ schrieb.

So nimm Deine Zeit zum Weggefährten.

Sie kommt von weit her, hat viel gesehen und erfahren.
Sie lehrt uns, in der Welt zu sein. Ohne sie gäbe es kein
Wachsen, kein Reifen, kein Ernten.



Ohne sie gäbe es keine Jugend und kein Alter, wie es ohne die Nacht keinen Tag, ohne den Abend keinen Morgen gäbe.
Kein Werden und Vergehen, Vergehen und Werden.

Keinen Anfang und kein Ende.


Lenzrose, Schneerose, Nieswurz (Helleborus niger)

WinterROSE

Wenn aus dem Schnee die Triebe ragen
die noch den Traum des Schlafes tragen,
dann guckt ein Blümchen ganz verloren,
weil es zur Winterzeit geboren.

Es wiegt im Schein der goldnen Sonne,
sein Köpfchen voller Lust und Wonne
bis dass der Kelch der Blüte offen.
im Wunderwerk vom steten Hoffen.

Ein Traum wird so zur Wirklichkeit
im Werden und im Gehen
und bindet seine Einigkeit,
um niemals zu verwehen.

Der dunkelgrüne Blättergrund
im frostig kalten Wind
gibt wieder sein Geheimnis kund
vom zarten Rosenkind.



So wie Sonnentage schwinden,
Sturm und Regen, kommen, enden,
lässt das Glück die Botschaft finden,
um das Neue zu ergründen.



Wie das Schicksal Wege lenkt
ist von Gott bestimmt,
der uns neues Leben schenkt,
doch auch Leben nimmt.



Es findet alles seinen Quell
im Werden und im Gehen
und Narben heilen, werden hell,
auch wenn wir’s nie verstehen.




Fotos und Gedichte © Ingrid Riedl

Wer in die Zukunft schaut, tut gut daran, das Vergangene mit einzubeziehen. Denn auch die Gegenwart ist bereits Vergangenheit.

~ Unbekannter Verfasser ~



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