Amselglück

Die Amsel nützt die Zeit der Chancen, wenn Frühlingssonnenstrahlen tanzen auf Blättern, die auf starken Zweigen das Wachstum voller Triebe zeigen.
Sie baut ihr Nest, geschützt vorm Sturm, hält Ausschau nach dem besten Wurm und fängt Insekten kühn im Flug, ist sangesfreudig und auch klug.
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Vater füttert mit Geschick, Fliegen, Würmer, groß und dick und verteidigt Nest und Brut. Das tut allen Jungen gut.



Um die Brut gut aufzuziehen, müssen sie sich sehr bemühen, ihren Futterplatz beschützen auf den Eiern wärmend sitzen.

Das Gefieder ist noch spärlich, und die Äuglein zu und blind, doch wenn etwas laut, gefährlich, kommt die Amsel-Ma geschwind.
Piepsend recken sie die Köpfchen hungrig aus dem Nest heraus, würgen gierig in ihr Kröpfchen, lassen keine Mahlzeit aus.

Spärlich ist der Federflaum, rosig, nackt der Bauch.
Schön ist unser Amseltraum. Glücklich sind wir auch.
Unter Mamas Federschoß, ist's gemütlich, fein und im warmen Amsel-Nest schlaf ich glücklich ein.

Das Kleine unter’m Schoß versteckt; Es schlummert, bis der Hunger weckt.
Mutterliebe zeigt sich hier; Behütet kuscheln sie bei ihr.

Geborgenheit im Mutterschoß. Bald sind alle flügge, groß.

Wenn sie dann zum Fliegen starten, werden Vater, Mutter warten, um den Flug zu dirigieren, dass sie nicht die Sicht verlieren.

Ja, es dauert nicht mehr lange, bis ich selber Mücken fange, Würmer und noch viel mehr, dann ist alles halb so schwer.

Jetzt ist mir noch Angst und Bange, weil ich nicht zum Baum gelange, wo die Freunde fröhlich singen, uns ein Ständchen täglich bringen.

Wie ich fliegen soll? Hoffentlich ist's toll.

Nebenan am Blumenkasten musste er ein wenig rasten. Ängstlich piepst er: "Oh wie tief!“ Bis ihn seine Mutter rief.
ADE, ihr lieben Jungen, nun wird im Chor gesungen. Am Lindenbaum daneben beginnt ein neues Leben.

Mutter ruft: Ade - ade, tut euch bitte ja nicht weh!
Witt, witt witt und tschirp, triri, dort am Baume visavis werden alle später wohnen und am Gipfel singend drohnen.
© Ingrid Riedl

Über den Gesang der Amsel und ihre verschiedensten Brutplätze wurde schon viel geschrieben; Natur- und Musikwissenschaftler erforschten ihre Tonsprache und die zu Musik gebrachten Stücke (Hoffmann, Szöke u.a.) zeigen, daß dieser Klangzauber ein besonderes Flair hat.
Was Amseln uns aber wirklich mit ihrem schönen Gesang sagen wollen, wird uns wohl für immer verborgen bleiben, erfreut uns aber jedes Jahr zur Frühlingszeit, besonders wenn der melodische Reviergesang des Männchens aus den nahen Grünanlagen tönt.
Die Amsel – oder Schwarzdrossel – (Turdus merula), ursprünglich ein reiner Waldvogel, paßte sich dem Menschen im Laufe der Zeit an und wurde zu einer der im menschlichen Siedlungsraum am häufigsten auftretenden Brutvogelarten. In Städten, Grünanlagen und Dörfern.
In seinem Buch beschreibt Prof. Dr. Heinz Tiessen die Musik der Natur so treffend, daß ich seinen Worten mit Begeisterung zitiere: “Die Amsel ist, mit den menschlichen Maßstäben von Melodik, Harmonik und Rhythmik gemessen, der musikalisch höchststehende Singvogel Mitteleuropas”.
Dieser Erkenntnis, kann ich nur mit voller Begeisterung zustimmen, denn das morgendlichen Vogelkonzert einer Amsel hat auch mich gefesselt und durch meine Beobachtungen war mir das Glück hold, nicht nur den Amseln zu lauschen, sondern auch ihre Brutgewohnheiten zu erkunden.
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